U-14-Basketballerinnen des SC Lerchenberg schlagen sich bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft trotz dreier Niederlagen sehr achtbar.

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Kaiserslautern. Aus dem Traum, über die Landesgrenzen hinaus auf Korbjagd zu gehen, wurde nichts: Für die U-14-Basketballerinnen des SC Lerchenberg war bei der rheinland-pfälzischen Meisterschaft Schluss; in Kaiserslautern verloren Fabian Schröders Mädchen alle drei Partien. „Das war ärgerlich“, sagte der Trainer, „statt Vierter hätten wir auch Zweiter werden können.“

 

Denn deutlich unterlagen die Mainzerinnen lediglich zum Auftakt dem gastgebenden FCK (29:50). Zwar entwickelte sich dieses zweite Aufeinandertreffen der Rheinhessen-Pfalz-Konkurrenten zunächst so, wie Schröder erwartet hatte: „Die gingen davon aus, dass sie uns leicht putzen würden, und als wir zur Halbzeit nur drei Punkte zurücklagen, haben ihnen die Knie geschlottert.“

Zum Problem der Mainzer wurde im dritten Viertel jedoch die Foulbelastung. Angesichts der bei diesem Turnier verkürzten Spielzeit von 4x7 Minuten genügten schon vier statt der üblichen fünf Pfiffe, um eine Spielerin zum Zuschauen zu verdammen. Gleich vier Lerchenbergerinnen traf dieses Schicksal, nachwechseln konnte Schröder zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, mehr als acht Spielerinnen standen ihm zu Turnierbeginn nicht zur Verfügung.

 

MJC Trier Paroli geboten

 

Daraus entwickelte sich das Kuriosum, das plötzlich Vier gegen Vier spielten, wobei es keine Menschenfreundlichkeit des FCK war, freiwillig auf eine Akteurin zu verzichten. „Bei diesen Meisterschaften muss mannorientiert verteidigt werden, sonst gibt es ein Technisches Foul“, erläuterte Schröder. „Die Frage war, wohin sich bei Überzahl die fünfte Frau stellt, ohne dass dies als regelwidrige Defense gewertet würde. Deshalb haben die Lauterer lieber auch zu viert weitergemacht, als ein ,T‘ zu kassieren“ – freilich mit dem Vorteil, dass dieses Quartett nicht durchspielen musste. „Zwei Spielerinnen mehr auf der Bank oder zu Beginn ein, zwei Fouls weniger, dann hätte es was werden können“, sagte der Trainer, „aber das Ergebnis war schon in Ordnung.“

 

Viel mehr haderte Schröder mit dem Ausgang der Partien gegen die Vertreter des Rheinlandes. Das 41:45 gegen MJC Trier beispielsweise war der knappste Sieg des späteren Turniergewinners, bei dem es den inzwischen auf neun angewachsenen Mainzerinnen nicht nur gelang, das erste Viertel bei minus eins zu halten und zur Pause erneut mit nur drei Punkten Differenz im Hintertreffen zu sein, sondern auch, sich nach dem Einbruch im dritten Durchgang noch einmal heranzukämpfen.

 

Gegnerin parkt in der Zone

 

„Das war sehr stark“, lobte der Coach auch den mentalen Umgang seiner Mädchen mit dem scheinbar vorentscheidenden Zwischenstand. Bis auf zwei Punkte verkürzte der SCL den Rückstand, „aber dann haben wir einen ganz blöden Korbleger gefangen. Wir gehen nach einer Auszeit zurück aufs Feld, der Schiedsrichter übergibt den Gegnerinnen den Ball, als wir noch nicht unsere Defensepositionen eingenommen hatten, und schon war es passiert“. Diese vier Punkte aufzuholen gelang dem Außenseiter nicht mehr.

 

„Sehr, sehr schade“, sagte Fabian Schröder, „wir haben auch von den anderen Mannschaften viel Zuspruch bekommen. Alle haben uns gesagt, dass wir einen Sieg verdient gehabt hätten.“

 

Zu dem reichte es auch in der letzten Partie nicht. Das 36:46 (22:36) gegen den TV Bitburg sah der Lerchenberger Trainer aber maßgeblich durch die Unparteiischen beeinflusst. Zum einen, weil der Gegner „zwei Spielerinnen dabei hatte, von denen immer eine in der Zone geparkt wurde, den Ball bekam und reinmachte“. Mit Ausnahme von vier Situationen war die Dreisekundenregelung offenbar außer Kraft gesetzt. „Ich rede normalerweise viel mit meinen Spielerinnen, aber nicht mit den Schiedsrichtern“, sagte Schröder. In diesem Fall allerdings habe er irgendwann begonnen, die Sekunden laut mitzuzählen – „dafür wurde mir dann ein Technisches Foul angedroht“.

 

Positives Fazit

 

Für völlig daneben befand der SCL-Coach auch die laxe Linie bei Foulentscheidungen. „Drei, vier Kontakte wurden zugelassen, der fünfte gepfiffen“, erzählte er. „So wird in der Herren-Landesliga gepfiffen, wo die Spieler 90 Kilo wiegen und genügend Stützmuskulatur haben. Bei einer weiblichen U14 geht das nicht. Wir sind mit drei Verletzten heimgefahren, von denen zwei alleine auf diese Regelauslegung gehen.“

 

Schröders sportliche Einschätzung des Turniers fiel positiv aus, auch wenn sein Team nicht vom Glück verfolgt worden sei. In jedem Fall habe sich gezeigt, dass es eine richtige Entscheidung war, einen Teil der jungen Spielerinnen schon in der U-16-Oberliga einzusetzen. „Davon haben sie profitiert. Und nächstes Jahr wollen wir bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft mit unserem relativ starken 2005er-Jahrgang angreifen und vielleicht dann den zweiten Platz holen.“